Liebe Leserin, lieber Leser,

auf meiner Website poste ich wöchentlich Fragen oder Interessantes rund um die Themen: TINNITUS, PARTNERSCHAFT und persönliche HERAUSFORDERUNGEN. Die Antworten finden Sie hier auf meiner Praxis-Website.
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Wenn wir  fragen: „Wie wäre das Leben ohne Gefühle?“ dann antworten einige: langweilig und kalt. In einer Welt ohne Gefühle würden wir jedoch keine Langeweile mehr empfinden und Kälte nur als Veränderung auf der Temperaturskala sehen. Die Buchreihe  „Bibliothek der Gefühle“ von Udo Baer und Gabriele Frieck-Baer hat mich inspiriert, eine kleine Reihe „Fragen der Woche“ unseren Gefühlen zu widmen. Die Liebe bildet dabei den krönenden Abschuss.

 
Was nährt die Liebe ?
Weltweit  gibt es reichlich Worte vieler kluger Menschen über die Liebe. Ebenso wie Dankbarkeit, Güte, Verzeihen und visionäre Schaffenskraft gehört sie für mich, wie wohl für jeden, mit zu den tiefsten und herausfordernsten Erfahrungsformen des menschlichen Da-Seins...
Dieses essentielle Gefühl, ein Buchtipp und daraus eine Liebesübung darf in meiner Reihe über die Gefühle  > nicht fehlen...
Überraschung!
Jedes Gefühl bewegt sich in einer zeitlichen Dimension. Die Liebe entwickelt sich, der Ärger kommt und geht, die Angst überfällt mitunter. Ich, die Überraschung, bin das Gefühl, das entsteht, wenn die Erwartungen oder die zeitliche Dimension gesprengt werden. Ich, die Überraschung sollte keinesfalls mit dem Schrecken verwechselt werden. Ich kann als positive Überraschung daherkommen  „Oh, ich bin verliebt“ und manchmal auch als böse Überraschung, wenn die Liebe unerwartet weiterzieht. Angst habe ich davor, inszeniert zu werden. Da schaffen Menschen Situationen, in denen andere mich erleben sollen, wie z.B. bei einer Geburtstagsüberraschung. Daraus entsteht so oft Kampf, Druck  und vorgetäuschte Freude. Dagegen bin ich ein Freund des Mutes. Ich mag Menschen, die etwas wagen, die lange Zurückgehaltenes ansprechen, die scheinbar Unfragbares fragen, oder sich anderen mutig mit ihren Wünschen zumuten. Diese Menschen erleben oft  eine positive Überraschung.  Also nur Mut, dann komme ich!
 
Wo warst Du? -Eifersucht, worin liegt ihr tieferer Sinn?
Ich, die Eifersucht, werde sowohl von Menschen mit einem starken Ich angezogen, als auch von denen, mit einem besonders schwachen Ich. Das will ich Dir gerne erklären. Wer ein starkes Ich hat, geht auch starke Bindungen zu anderen Menschen ein. Wird diese Bindung durch einen Dritten oder durch Verhaltensweisen des Partners gegenüber eines Dritten gefährdet, dann komme ich. Als Eifersucht schreite ich ein und unterstütze den eifersüchtigen Menschen darin, die Beziehung und Verbindung zu dem geliebten Menschen zu verteidigen.  Das ist Ausdruck und Haltung eines starken Ich.
Menschen, deren Ich schwach und unsicher ist, sind sich ihrer Beziehungen ebenfalls unsicher. Also werde ich auch von ihnen gerufen. Da muss ich ständig vorbeikommen, oft wird mir sogar ein Gästezimmer zugewiesen. Hinter dem Ruf nach mir, steht oft die Unsicherheit: „Bin ich überhaupt liebenswert“? Wer so an sich zweifelt, muss fast zwangsläufig misstrauisch sein und glauben, die Liebe des  Partners könne doch gar nicht wahrhaftig sein. Also trete ich auf, oft zwanghaft eifernd und über die Versuche, mich mit guten Worten, Maßnahmen und Argumenten zu vertreiben, lache ich nur. Wirklich vertreiben lasse ich mich dann, wenn Menschen sich mit den Beweggründen beschäftigen, die mich rufen. Beispielsweise mit ihrer inneren Haltung „falsch“ und ungenügend zu sein.
 
Was ist positiv, was negativ an dem Gefühl der Hoffnung?  
Wenn ich, die Hoffnung verschwinde, kommt die Resignation. Umgekehrt kann ich die Resignation aber auch vertreiben. Damit sind wir sogleich bei meinem Lebenszweck: Ich bin die Kämpferin für eine bessere Zukunft. Die Sehnsucht mag ja schillernder und berühmter sein, aber ohne mich gäbe es sie gar nicht. Ich lenke den Blick der Menschen nach vorne und durch mich erkennen sie Möglichkeiten und Veränderungen in Richtung eines erfüllteren Lebens. Seelischer Schmerz wird durch mich aushaltbar, weil ich Perspektiven eröffne und Wege für tatkräftiges Handeln vorbereite. Wenn Menschen scheitern, helfe ich ihnen, neue Hoffnung zu schöpfen. Darauf, dass es beim nächsten Versuch gelingt.
Ich fürchte mich ein wenig vor jedem Druck,  dass Erhofftes eintreten muss. Noch mehr fürchte ich mich vor Abwertung wie: „Das wird nichts mehr“. Damit Menschen mich trotzdem aufrecht erhalten können brauche ich Verbündete, die mich bestärken und möglicherweise sogar gemeinsam die Hoffnung in die Tat umsetzen.
Trauer -  warum ist es wichtig, sie zu leben?
Ohne mich, die Trauer wären Beziehungen zu anderen Menschen nur solange etwas Wert, wie sie andauern. Ohne mich, würde nichts und niemand bleiben.
Vielleicht verwundert Dich das, und es kommt Dir widersprüchlich vor, aber ich bin das Gefühl, das zum Loslassen gehört. Weil es mich gibt, sortieren die Menschen beim Abschied, was verloren geht und was bleibt - als Erinnerung, als bereichernde Erfahrung, als Begleitung in die Zukunft. 
Ja, ich schmerze. Doch ich bin nicht unerträglich. Die Tränen, die ich hervorrufe, lösen Dein Leid.
Wer versucht, mich fernzuhalten, mich zu ersäufen oder mich bremst, kann seelisch nicht heil werden. Dann richte ich mich ein und mein Gaststatus wird zum lebenslangen Bleiberecht. Das will ich nicht. Darum bitte ich dich, gib mir Raum und teile mich mit anderen Menschen, die mich verstehen. Mit der Zeit kann sich so die Dankbarkeit zu mir gesellen - für alles was in Dir bleibt. 
 
 
Helfen Gingkopräperate bei Tinnitus?
Die Heilpflanze Ginkgo wird aus den Blättern des Ginkgobaums gewonnen und in Apotheken unter den Namen "Tebonin" und "Gingko Biloba" in Form von Tabletten, Tropfen, Lösungen und Kapseln angeboten. Laut Herstellern sollen Ginkgopräperate  in Bezug auf Ohrgeräusche insbesondere eine verbesserte Durchblutung des Innenohrs bewirken. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Wirkstoffe von Ginkgo keine direkte Wirkung im Innenohr entfalten und für die Behandlung von Tinnitus nutzlos sind. Ganz unabhängig davon wurde in medizinischen Studien mittlerweile nachgewiesen, dass die Durchblutung des Innenohres prinzipiell nur eine verschwindend geringe Rolle bei Tinnitus spielt.
Kann Egoismus gesund sein?
"Du bist sowas von egoistisch!“ Egoismus ist ein heikles Thema und tatsächlich gibt es in unserer Gesellschaft viele  Menschen, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und dafür in Kauf nehmen, andere auszunutzen. Ebenso oft treffen wir auf den Typ Mensch, der seine eigenen Bedürfnisse und Sehnsüchte permanent hintenanstellt, sich aufopfert -  mitunter sogar ungefragt. Bei genauer Betrachtung kann auch dieses Verhalten, so ertaunlich das klingen mag,  egoistische Züge tragen. Wie also sieht gesunder Egoismus aus? Stehen die eigenen Bedürfnisse nicht im Einklang mit dem, was andere von uns wollen, ist eine Portion gesundes Selbstbewusstsein und Mut zur achtsamen Abgrenzung gefragt. Gestalten Sie Ihr Leben in Übereinstimmung mit Ihren Gefühlen und Bedürfnissen, denn Sie sind mindestens genauso wichtig, wie andere Menschen!
 

"Tinnitrack" ein neues Wundermittel gegen Tinnitus ?
Derzeit wird eine Smarthphone-App mit dem Namen „Tinnitrack“  in den Medien hochgejubelt und von den meisten Krankenkassen sogar bezahlt.
„Tinnitracks“ werden bei chronischem, tonalem Tinnitus (mit stabiler Tinnitus-Frequenz 200 Hz -20 Hz) eingesetzen. Tonal ist beispielsweise ein pfeifendes, nicht-tonal ein brummendes Ohrgeräusch. Die Anwendung des Tinnitracks erfolgt über ein volles Jahr. Sie hören täglich 90 Minuten lang ein Musikstück Ihrer Wahl, aus dem ihre persönliche Tinnitusfrequenz herausgefiltert wurde. Hierfür bestimmt der HNO-Arzt im Vorfeld möglichst exakt Ihre individuelle Tinnitus-Frequenz. Beim diesem Tinnitus-Matching  werden Ihnen Töne zum Vergleich mit ihren Ohrgeräusch/en vorgespielt.  Bereits hier kann es kompliziert werden, denn oft fällt es nicht leicht, die eigenen Töne im Ohr zu beurteilen. Nach dem Prinzip der Neuroplastizität soll die speziell aufbereitete Musik des "Tinnitracks" die überaktiven Nervenzellen im Hörzentrum des Gehirns beruhigen und damit eine nachhaltige Linderung des Tinnitus bewirken. Der Erfolg ist noch fraglich. Nutzer von „Tinnitracks“ berichten, sie fühlten sich vom täglichen Hören der Musik bald genervt. Fachleuten zu Folge wird der Erfolg des "Tinnitracks"  lediglich mit dem Placeboeffekt ( keine Heilung ohne Glaube ...) gleichgesetzt. Mich erinnert der  "Tinnitrack" und seine Verheißung  an den  "Tinnitus-Masker" und  "Tinnitus-Noiser"  -  also alter Wein in neuen Schläuchen?

Gedanke oder Gefühl?

„Ich habe das Gefühl, du hörst mir nicht zu“.  "Ich habe das Gefühl, keiner mag mich." Vielen Menschen fällt es schwer, zwischen Denken (Interpretation) und Gefühl zu unterscheiden. Mit der Frage: "Wie fühle ich mich, wenn ich denke, dass mich keiner mag", lassen sich die eigenen Gefühle leichter orten. Vermutlich sind Sie dann traurig..., ärgerlich..., vielleicht auch einsam. Oder Sie ersetzte: „ Ich habe das Gefühl"… , durch: „ Ich bin...“  Falls Ihre Aussage jetzt noch Sinn ergibt, handelt es sich tatsächlich um ein Gefühl. „Ich bin, du hörst mir nicht zu“, ergibt keinen sinnvollen Satz.

(Quelle: Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg).

Warum fällt es so schwer, mit dem Partner über Sex zu sprechen?
Antwort: Das Hauptproblem beim Sprechen über Sexualität liegt zumeist nicht darin, die richtigen Worte zu finden, sondern in der Angst davor, wie der Partner reagieren könnte. Viele Paare sprechen ihre sexuellen Empfindungen, Fantasien oder Wünsche nicht aus, weil sie befürchten, der Partner könnte sich empören oder Angst bekommen.

Tipp: Beide Partner schreiben je fünf sexuelle Wünsche auf farbige Zettel und legen sie in ein nettes Kästchen. Zur einer vereinbarter Zeit werden zwei Zettelchen gezogen und vorgelesen. Jeder ließt den Wunsch des Anderen.